A Bunker of One’s Own
Stipendium Partnerstädte
Frise, Künstler*innenhaus Hamburg
2025
In „A Bunker of One’s Own“ untersuche ich die Beziehung zwischen Bauformen, Wohnungsnot und menschlichen Sehnsüchten. Ausgangspunkt sind zwei gegensätzliche Bautypen: massive, fensterlosen Bunker, die das Stadtbild Hamburgs bis heute prägen, und lichtdurchflutete Glasbauten, die zwar Transparenz suggerieren, ihre inneren Machtstrukturen jedoch verschleiern. Theoretiker zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatten sich genau das Gegenteil erträumt, nämlich eine Auflösung sozialer Schranken durch die Abwesenheit des Geheimnisses und des Privateigentums, erfüllt in der Radikalität des Glashauses (für Walter Benjamin war das Leben im Glashaus sogar die revolutionäre Tugend schlechthin). Heute, in Zeiten von Klimawandel und Wohnungsknappheit, ist es viel eher das Wohnen im Bunker, das revolutionär erscheint. Wenn sich immer mehr Menschen keine eigene Wohnung mehr leisten können und der Umgang mit Baubestand zunehmende Brisanz erhält, braucht es neue Visionen. Wie könnte das Leben im Bunker sich gestalten? Ist Beton mitunter transparenter als Glas? In Anlehnung an Virginia Woolfs „A Room of one’s own“ fasse ich den hermetischen Raum des Bunkers als Projektionsfläche für Wohnträume auf, in denen sich kollektive Wünsche und Nöte meiner Generation spiegeln.






